Einmal um die Welt in zehn Tagen: Sommerzeltlager der DPSG Warstein in Hameln
Unter dem Motto „Zeltreise – in 10 Tagen um die Welt“ verbrachten 37 Kinder und Jugendliche der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Warstein die erste Woche der Sommerferien auf einem abenteuerlichen Zeltlager in Hameln. Die Reise führte die jungen Pfadfinder\*innen auf spielerische Weise über Kontinente hinweg – ohne das Weserufer jemals wirklich zu verlassen.
Ein bunter Alltag voller Erlebnisse
Jeder Tag stand unter dem Motto eines anderen Landes – von Japan über Brasilien bis Südafrika. Der Tagesablauf begann mit einer Morgenrunde inklusive landestypischer Lieder und Spielen. Danach standen Workshops auf dem Programm, in denen die Kinder unter anderem lernten, Feueranzünder selbst herzustellen, Postkarten zu schreiben oder neue Kochkünste auszuprobieren. Am Nachmittag blieb Zeit zum Lesen, Spielen und Entspannen, bevor abends gemeinsam gekocht wurde. Der Tag klang meist am Lagerfeuer aus – mit Gitarrenmusik, Marshmallows und Geschichten aus aller Welt.
Auf Zeitreise und Gipfeltour – Zwei unvergessliche Ausflüge
Ein besonderes Highlight des Lagers waren zwei Ausflüge, die den Kindern nicht nur Abwechslung boten, sondern echtes Entdeckerfeeling bescherten.
Schloss Hämelschenburg – Leben wie im Märchen
Der erste Ausflug führte die Gruppe zum prächtigen Renaissancebau Schloss Hämelschenburg, das malerisch in einem Tal südwestlich von Hameln liegt. Schon beim Anblick der hohen Türme, der dicken Mauern und des Wassergrabens war klar: Hier wird Geschichte lebendig.
Während einer spannenden Schlossführung erkundeten die Kinder prunkvolle Räume mit jahrhundertealten Möbeln, Portraits und kunstvollen Decken. Besonders beeindruckend war der große Rittersaal – in dem früher Bankette stattfanden – und die privaten Gemächer und das Verlies. Die Kinder erfuhren, wie die adligen Bewohner früher lebten, arbeiteten und feierten – und wie sich das Leben von Kindern damals von ihrem heutigen unterschied.
Nach der Führung wurde draußen gepicknickt und gespielt. Einige Kinder erkundeten neugierig die Parkanlagen. Viele konnten kaum glauben, dass das Schloss noch heute von der Familie bewohnt wird – wie ein echtes Märchenschloss mitten in Niedersachsen.
Porta Westfalica – Wandern mit Aussicht und Geschichte
Der zweite Ausflug hatte es in sich: eine Wanderung zur **Porta Westfalica**, dem berühmten „Tor nach Westfalen“. Frühmorgens startete die Gruppe mit Wanderschuhen und Rucksäcken. Aber erstmal fuhren sie im Bus zum Start der Wanderung. Vom Fernsehturm bei Bad Oyenhausen ging es dann 10 km bis zur Porta Westfalica. Der Weg führte durch bewaldete Hänge und vorbei an beeindruckenden Felsformationen und Höhlen. Unterwegs wurden Pausen eingelegt, bevor der steile Anstieg zum Ziel begann.
Oben angekommen, wartete das mächtige **Kaiser-Wilhelm-Denkmal** auf die Pfadfinder\*innen – 88 Meter hoch und auf einem Bergplateau thronend. Von dort aus bot sich ein atemberaubender Blick über das Wesertal und weit ins Land hinein. Nach Blick über das Wesergebirt und in Richtung Norddeutschland, genossen die Pfadfinder ihre Lunchpakete. Danach ging es zurück – müde, aber stolz. Für viele war dieser Ausflug das sportliche und landschaftliche Highlight des Lagers.
Haiks und Highlights
Ein besonderes Abenteuer waren auch die sogenannten Haiks, bei denen die Altersstufen eigene Wege gingen: Die Wölflinge erkundeten Hameln, erfuhren alles über die berühmte Sage vom Rattenfänger und spazierten durch die historische Altstadt mit ihren reich verzierten Fachwerkhäusern.
Die Pfadfinderstufe setzte sich aufs Rad und nahm eine 70 Kilometer lange Strecke bis zum Steinhuder Meer in Angriff – inklusive Übernachtung unter freiem Himmel direkt am Wasser. Ein echtes Abenteuer, bei dem nicht nur Kondition, sondern auch Teamgeist gefragt war.
Ein weiteres Highlight war das traditionelle Bergfest zur Halbzeit des Lagers. Die Kinder gestalteten eine eigene Show, bei der sie das Publikum mit auf eine kreative Weltreise nahmen – mit selbst erfundenen Spielen, Sketchen und viel Fantasie.
Prominenter Besuch und wetterfeste Stimmung
Auch der Warsteiner Bürgermeister stattete dem Zeltlager einen Besuch ab. Trotz Regenschauern blieb die Stimmung bestens: Bei Gesellschaftsspielen und einer heißen Kartoffelsuppe wurde der Nachmittag mit dem Stadtoberhaupt ein voller Erfolg – und zeigte, wie viel gute Laune auch bei grauem Himmel möglich ist.
Ein großes Dankeschön
Ein besonderer Dank gilt Ralf Behme von der **Fahrschule Behme**, der – wie in den Vorjahren – seinen Fahrschul-LKW für den Materialtransport zur Verfügung stellte. Ohne diese Unterstützung wäre die aufwändige Logistik des Lagers kaum realisierbar gewesen.
Nach zehn erlebnisreichen Tagen voller Entdeckungen, Lachen, Lagerfeuerstimmung und neuer Freundschaften kehrten die Warsteiner Pfadfinder\*innen glücklich nach Hause zurück – mit dem festen Vorsatz: Im nächsten Jahr geht’s wieder auf große Fahrt!








